Manchmal braucht es nur eine Runde auf einem irischen Links-Platz, eine zu enge Hose in Kapstadt oder den ersten Moment auf dem Old Course in St Andrews – und man weiß: Dieser Sport lässt einen nicht mehr los.

In Folge 10 des Tee-OFF Podcasts legen Riccardo Sachse und Dr. Benedikt Hirschfelder die IT-Themen bewusst zur Seite. Es geht um Golf. Um Leidenschaft. Um Runden, die man nie vergisst. Und um die Frage, warum Arnold Palmer diesen Sport einmal das „Spiel der Demut“ nannte – und damit weiser war als jeder Schwung-Coach.

Eine Folge zum Durchatmen. Zum Schmunzeln. Und zum sofortigen Buchen des nächsten Tee-Times.

Wie alles begann: Zwei Wege zum ersten Abschlag

Kein Golfer kommt von allein zum Platz. Irgendjemand hat immer den ersten Schubs gegeben – und bei Riccardo und Bene waren das denkbar unterschiedliche Geschichten.

Benes Weg führte über die Familie: Ein Onkel im Sauerland, der erste Schläger mit acht Jahren in der Hand, Jugendmannschaft beim Golfclub Münster-Wikinghege – bei Wind, Regen und Schnee, weil Jugendgolf keine Sommerpause kennt. Später führte die Leidenschaft bis nach Südafrika.

Riccardos Einstieg liest sich anders: Karl-Heinz Killight, ein Freund, überredet ihn zu einer Woche im österreichischen Urslau-Tal. Eine Woche Platzreife. Ein Schwung. Und der Haken sitzt – im doppelten Sinne. Später kamen die Töchter dazu, der Familienflight in Irland wurde eine seiner liebsten Erinnerungen.

Was Golf von anderen Sportarten unterscheidet

18 Loch,10 Kilometer zu Fuß, vier bis fünf Stunden volle mentale Konzentration, bei jedem Wetter, ohne Auszeit. Wer danach sagt, Golf sei kein richtiger Sport, hat vermutlich noch nie einen Driver in der Hand gehalten.

Riccardo vergleicht die Wirkung mit dem Wellenreiten: Man geht nicht ausgepowert nach Hause – man geht ausgeglichen nach Hause. Kopf frei. Akku voll. Das unterscheidet Golf von Hallensportarten, die zwar den Körper fordern, den Geist aber selten wirklich zur Ruhe kommen lassen.

Arnold Palmer brachte es auf den Punkt: Golf ist das Spiel der Demut. Nicht weil es einen kleinstellt – sondern weil es ehrlich ist. Der Ball lügt nicht. Die Scorekarte lügt nicht. Und das macht es zum fairsten Spiegel, den man sich suchen kann.

Aktuelle Turnierwelt 2026: McElroy, Scheffler & das Werbevideo des Jahrzehnts

Natürlich bleibt auch die aktuelle Golfszene kein blinder Fleck. Rory McElroy verteidigt 2026 seinen Masters-Titel – und zeigt damit, was mentale Stärke und technische Konstanz gemeinsam erreichen können. Scotty Scheffler, derzeit Weltranglistenerster, dominiert bei der Open Championship.

Und dann ist da dieses Werbevideo: Tiger Woods und Rory McElroy für Nike. Riccardo ist sich sicher – das ist das beste Golf-Werbevideo, das je produziert wurde. Zwei Generationen, ein Sport, eine gemeinsame Sprache.

Ein kurzer Einschub: Martin Kaymer. Einst Weltranglistenerster, hat er seinen Schwung für das Masters umgestellt – und kam danach nie wieder in die Hochform zurück. Eine Geschichte über Mut, Scheitern und die Grenzen des Perfektionismus im Spitzensport.

Drei unvergessliche Runden – Je Host

Benes Top 3

Teneriffa: Ein Mitspieler, der seinen Putter über dem Knie bricht. Keine Ersatzausrüstung. Trotzdem – oder genau deshalb – eine der lustigsten Runden seines Lebens.
Münster-Wikinghege: Jugendgolf unter allen Bedingungen. Der Platz, auf dem das Fundament gelegt wurde. Schnee, Regen, Sonne – egal. Gespielt wird immer.
Camp David Kapstadt: Die Hose war eindeutig eine Nummer zu klein. Ab Loch 5 war kein einziger Abschlag mehr möglich, ohne dass der ganze Flight gelacht hat. Durchgezogen. Natürlich.

Riccardos Top 3

True It’s Glam, Irland: Ein Familienflight mit den Töchtern, organisiert von einem Marshall, der aus purer Gastfreundschaft zum Organisationstalent wurde. Golf als Familienzeit – besser geht es nicht.
European Golf Club: Eine zufällige Bekanntschaft mit dem Sohn des Platzarchitekten, ein Buch mit persönlicher Widmung, eine Runde trotz Knieverletzung. Manche Runden schreibt das Leben selbst.
St Andrews: Die Bucket List. Home of Golf. Der Old Course. Riccardos Worte: „Das war Magic.“ Mehr muss man dazu nicht sagen.

Das 19. Loch – Warum Golf nie aufhört

Das 19. Loch ist kein offizieller Teil des Spiels. Es ist der Bereich im Clubhaus, der nach der Runde auf einen wartet – und es ist der Ort, an dem das Spiel eigentlich erst richtig beginnt.

Denn hier wird aus dem einen guten Schlag des Tages eine Legende. Dreimal erzählt, zweimal ausgeschmückt, einmal für die Ewigkeit festgehalten. Und genau dieser Moment ist es, der einen nächste Woche wieder auf den Platz treibt. Nicht der perfekte Score – sondern dieser eine Abschlag auf Loch 7, den man so noch nie gespielt hat.

Golf hat ein Gedächtnis. Und das 19. Loch ist sein Archiv.

Birdie der Woche

Riccardo war bei Eintracht Frankfurt im Stadion. Das Ergebnis: zweitrangig. Das Erlebnis: unvergeßlich. Sport live – egal ob auf dem Platz oder auf der Tribüne – ist durch nichts zu ersetzen.

Benes Birdie gehört einem Vertriebspartner, mit dem einfach alles stimmt: Haltung, Lösungsdenken, Verlässlichkeit. Sein Fazit daraus ist einer der besten Sätze der Folge:

„Wenn man redet, findet man Lösungen. Das gilt im Golf – und im Geschäft.“ — Dr. Benedikt Hirschfelder, Tee-OFF S2E10

Kein Bunkerschlag diese Woche. Bewusste Entscheidung. Es war eine gute Woche.

Fazit

Folge 10 ist keine Pause vom Tee-OFF Podcast – sie ist sein Kern. Golf ist der Rahmen, aber die Themen sind dieselben: Demut, Durchhaltevermögen, ehrliche Selbsteinschätzung und die Bedeutung guter Beziehungen.

Arnold Palmer wusste, worüber er sprach. Riccardo und Bene auch.

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Tee-OFF Staffel 2 Folge 14: Golf, Leidenschaft & das Spiel der Demut