Lead-Absatz: Fachkompetenz vs. emotionale Kompetenz – bei größeren Personalprojekten gewichten laut einer im Podcast zitierten Recruiting-Erhebung nur 13 % der Unternehmen noch reine Fachkompetenz, 87 % priorisieren emotionale Kompetenz. Riccardo Sachse und Bene Hirschfelder ordnen in Folge S2F18 des Tee-OFF Podcasts ein, was das für Teams, Führung und Kundenbeziehungen bedeutet.
Was Sie in dieser Folge erwartet
Ausgehend von einer Recruiting-Zahl sprechen Riccardo und Bene darüber, warum sich Fachkompetenz und emotionale Kompetenz nicht gegeneinander ausspielen lassen, wie Künstliche Intelligenz die Anforderungen an Führung verändert und warum Transparenz in der Kunden-Dienstleister-Beziehung am Ende über Preis gewinnt.
87 Prozent setzen auf emotionale Kompetenz – was steckt dahinter?
Fachkompetenz vs. emotionale Kompetenz ist keine Entweder-oder-Frage, sondern eine Frage der Gewichtung. Ein Recruiter berichtete den Hosts, dass bei größeren Beschaffungs- und Personalprojekten nur noch 13 % der Unternehmen vorrangig auf fachliche Qualifikation achten – 87 % stellen emotionale Kompetenz in den Vordergrund. Bene ordnet ein: Ohne fachliche Basis nützt auch die beste emotionale Kompetenz nichts. Entscheidend ist die Kombination, die sich laut den Hosts eher multipliziert als addiert.
Konkretes Beispiel
Fachkompetenz lässt sich vergleichsweise schnell antrainieren – Bücher, Kurse, Praxis. Emotionale Kompetenz ist laut Bene eine andere Geschichte: schwerer zu erlernen, aber am Ende oft der Unterschied zwischen einer Fachkraft und einer Führungskraft.
„Der Mix macht’s – aber emotionale Kompetenz kann man sich nicht so leicht aneignen wie fachliches Wissen.“
— Bene, Tee-OFF Folge S2F18, [00:07:02]
Warum KI ohne emotionale Kompetenz in der Führung scheitert
Wer den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unternehmen vorantreiben will, kommt an emotionaler Kompetenz nicht vorbei. Riccardo berichtet aus der eigenen Praxis: Nicht jede IT-Abteilung ist automatisch Befürworter neuer KI-Entwicklungen. Wer Mitarbeitende nicht verlieren will, muss ihre Sorgen ernst nehmen – ohne die notwendige Transformation deshalb zu verschleppen.
„Wenn du die Leute nicht verlieren willst, brauchst du gerade bei Themen wie KI eine hohe emotionale Intelligenz.“
— Riccardo, Tee-OFF Folge S2F18, [00:08:05]
Ein Satz, den Riccardo im Kolleg:innenkreis gehört hat, bringt die Angst vieler Fachkräfte auf den Punkt: Wer als Entwickler:in gelernt hat, will nicht plötzlich nur noch Prompts schreiben. Diese Sorge ernst zu nehmen, ohne die Entwicklung aufzuhalten, ist laut den Hosts eine Führungsaufgabe – keine reine IT-Frage.
Agile Arbeitsweise und Generationenwechsel: der Mensch im Mittelpunkt
Riccardo verweist auf die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), ein seit Jahren gefördertes Programm für agile Arbeitsweise und Unternehmenskultur im Mittelstand. Der gemeinsame Nenner: Teamchemie, Vertrauen und die Frage, ob jemand fachlich und menschlich zur Aufgabe passt, entscheiden zunehmend über Erfolg – auch beim Generationenwechsel in Familienunternehmen, wenn Inhaber:innen loslassen und neue Denkmuster einziehen.
Konkretes Beispiel
Aus einer von den Hosts diskutierten Studie kristallisieren sich mangelnde Klarheit bei Entscheidungen, fehlendes Vertrauen im Team und Veränderungsresistenz als typische Erfolgsbremsen heraus – nicht fehlendes Fachwissen.
Transparenz statt Dumpingpreis: was Kunden sich wirklich wünschen
Bene wechselt in der Folge die Perspektive: Als Geschäftsführer sieht er IT-Dienstleistungen inzwischen auch aus Kundensicht. Sein zentraler Punkt: Ausschreibungen, die primär über den Preis entschieden werden, führen später fast zwangsläufig zu Change Requests – Änderungswünschen, die zusätzliches Geld kosten. Wer das transparent kommuniziert, schafft Vertrauen. Wer es verschweigt, verliert es.
„Transparenz und Ehrlichkeit spielen schon ganz am Anfang einer Geschäftsbeziehung die größte Rolle.“
— Bene, Tee-OFF Folge S2F18, [00:31:16]
Konkretes Beispiel: Die Ticketsystem-Case-Study
Ein Kunde nutzte ein eigentlich für externe Support-Prozesse gedachtes Ticketsystem eigenständig für interne Produktionsaufträge. Möglich wurde das nicht durch einen Standardprozess, sondern durch offenen Dialog zwischen Projektleiterin und Produktionsleiter – und die Bereitschaft, gemeinsam eine neue Lösung zu entwickeln statt starr am Ausgangsprodukt festzuhalten.
„Wenn man sich nicht als Kunde und Dienstleister versteht, sondern als Partner, kann man solche Erfolge generieren.“
— Bene, Tee-OFF Folge S2F18, [00:40:55]
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist im Job wichtiger: Fachkompetenz oder emotionale Kompetenz?
Beide Faktoren wirken laut Tee-OFF-Folge S2F18 eher multiplikativ als additiv: Ohne fachliche Basis nützt emotionale Kompetenz wenig, ohne emotionale Kompetenz bleibt Fachwissen wirkungslos. Bei größeren Projekten gewichten Unternehmen laut einer im Podcast zitierten Erhebung emotionale Kompetenz mit 87 % deutlich stärker als reine Fachkompetenz (13 %).
Warum braucht KI-Einführung emotionale Kompetenz?
Weil Mitarbeitende bei Themen wie Künstlicher Intelligenz oft Ängste um das eigene Rollenbild haben. Führung, die diese Sorgen ernst nimmt statt sie zu übergehen, verliert weniger Leute und setzt Veränderung nachhaltiger um.
Wie wirkt sich Transparenz auf die Kunden-Dienstleister-Beziehung aus?
Wer Preisentscheidungen und mögliche Change Requests von Anfang an offen kommuniziert, baut Vertrauen auf. Wer Dumpingpreise kalkuliert und Zusatzkosten erst später transparent macht, riskiert die Geschäftsbeziehung.
Jetzt reinhören:
🎵 Spotify | 🎧 Apple Podcasts
📧 Newsletter abonnieren | 🌐 tee-off.live
